PR-14.11.2021

 

Pressebericht

 

 

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DIE RHEINPFALZ - Pfälzische Volkszeitung, 16. November 2021

Festtag für Modellbaufreunde

90 Aussteller präsentieren ihre Schätze in der Mehrzweckhalle

Von Joachim Baadte

Queidersbach. Handwerkliche Präzision, Liebe zum Detail und unzählige Freizeitstunden haben die Mitglieder der Modellbaugruppe „Sickinger Höhe“ in ihre Schmuckstücke gesteckt. Am Sonntag stellten sie die Modelle in der Mehrzweckhalle zur Schau.
Das Brautpaar und ganz wenige Gäste führt der Pfarrer eben gerade auf den Vorbau der frühgotischen Kapelle zu. Eine Rosette schmückt das Eingangsportal. Aus dem Mauerwerk rechtwinklig hervortretende Pilaster verleihen dem Zugang zur Kapelle einen auffällig dreidimensionalen Charakter. Auch die Längswände des Kirchenschiffs zergliedern sich kleinteilig in Stützpfeiler und ein Pilastersystem. Das Mauerwerk des gesamten Baus zeugt mit seiner vielfarbigen Patina von den Witterungseinflüssen der Jahrhunderte.
Doch das Besondere an diesem Bauwerk liegt nicht in seinen Stilelementen oder an dem baulichen Zustand. Das Besondere ist seine Größe. Es misst nämlich nur einige Zentimeter und es besteht aus Papier. Rolf Arndt aus Landau hat die Kapelle gebaut. Sie ist noch um einiges kleiner als die Modellbauten für die H0-Spur. Der Eisenbahnmaßstab „Z“ gibt eine Größenordnung vor, bei der die einzelnen Bauteile nur noch per Pinzette verarbeitet werden können. „Seit 25 Jahren bin ich beim Modellbau“, erzählt Arndt. Angefangen habe das alles mit dem Bau von Burgenmodellen. Auch ein besonderer Kleber sei hier erforderlich, der auf die winzigen Kontaktflächen mit ganz dünner Tülle aufgetragen wird und keine Fäden zieht.

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„Hinter den Tischen in der Halle sitzen etwa 90 Aussteller“, berichtet Veranstalter Bernd König. Dabei müsse man zwei Gruppen unterscheiden. Etwa 40 Leute stellen die Börse dar. Sie böten alles an, was Sammler, Bastler oder Modellbauer für ihren Job bräuchten. 50 Köpfe zählt andererseits die Gruppe der Modellbauer, die ihre Arbeitsergebnisse hier präsentieren. „Aber sie sehen leider auch, dass es sich bei denen fast ausschließlich um ältere Semester handelt. Die Modellbauer sind leider eine aussterbende Spezies.“ Die Jungen wollten das einfach nicht mehr machen. An seinem Stand hätten sich jüngst Mutter und Sohn eingefunden und Interesse an einem Fahrzeug-Modellbausatz geäußert. Beim Öffnen der Verpackung und im Angesicht der Vielzahl der Einzelteile sei das Kaufinteresse schlagartig gewichen.
Kleine Eisenbahn-Anlagen, eine davon sogar mit schneebedeckter Landschaft, Einzel-Szenarien mit dem Maschinen-Einsatz bei der Holzernte, ein Landstraßenausschnitt mit der Transport-Darstellung eines Windrad-Rotorblattes und zwei Meter mächtige Sattelauflieger-Modelle bilden die Höhepunkte im großen Saal. Sie sind durch ihre liebevolle Gestaltung bis ins kleinste Detail für viele Besucher Anlass zum träumerischen Vertiefen in die kleine, heile Welt des Modellbaus.
Die „Sea Star“ unter britischer Flagge ist ein solcher Anlass, der die Veranstaltungshektik wie von Zauberhand ausblendet. Der Kutter mit Echtholz-Verplankung lädt regelrecht ein zu einem Rundgang an Bord. „Die Holzplanken sind einzeln verlegt und dann auch mit echtem Schiffslack überzogen“, erzählt Alois Okruhlica. Vor 35 Jahren habe er dieses Modell in einer Zeit von 18 Monaten gebaut. Um die erhöht liegende Brücke mit Nebelhorn und Positionslampen auf dem Dach führt ein Laufgang mit Messinggeländer. Die Takelage an den Masten davor und dahinter ist ganz fein nachgebildet. Und die Eingangstür zum Kajütentrakt ziert ein filigran gearbeitetes, messingfarbenes Bullauge. Noch ist die Ankerkette scheinbar ausgerollt und hält den Kahn an Ort und Stelle. Die Tour auf einem solchen Traumschiff könnte Spaß machen.

 

 

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Diese Seite wurde zuletzt am 30.01.2022 aktualisiert.

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